Man kann auch in die Höhe fallen
Freitag, 12. März 2027 | 20.00 Uhr
Nach dem Roman von Joachim Meyerhoff
Westfälisches Landestheater
Was tun, wenn das eigene Leben plötzlich
aus der Kurve fliegt? Wenn Erfolg, Selbstsicherheit
und Alltagsroutine mit einem
Schlag ins Wanken geraten? Joachim Meyerhoff
kennt darauf eine ebenso einfache
wie radikale Antwort: Man fährt zu seiner
Mutter.
Nach einem Schlaganfall und einem mentalen
Absturz, der in einem denkwürdigen
Familienfest endet, zieht sich der Ich-
Erzähler zurück in das norddeutsche Küstenstädtchen
seiner hochbetagten Mutter.
Dort erwartet ihn kein Wellnessprogramm,
sondern eine Mischung aus Dönerresten,
Schlaglochfahrten, Parfümwolken und entwaffnender
Lebensklugheit. Ein Sommer
beginnt, der alles verändert.
Mit großer Offenheit und unwiderstehlichem
Humor erzählt Meyerhoff von Krisen
und Comebacks, von Eitelkeiten und
peinlichen Bühnenerlebnissen, von Kindheitserinnerungen
und der heilsamen Kraft
familiärer Eigenheiten. Gerade im Stolpern,
im Scheitern und im scheinbaren Absturz
entdeckt er eine überraschende Form der
Leichtigkeit. Man lacht – oft laut und erkennt
sich selbst dabei erschreckend gut
wieder.
Der vielfach ausgezeichnete Schauspieler
und Bestsellerautor, der unter anderem am
Wiener Burgtheater, am Deutschen Schauspielhaus
Hamburg und an der Berliner
Schaubühne prägende Rollen gespielt hat,
hat mit seiner autobiografisch inspirierten
Buchreihe ein Millionenpublikum begei
stert. Seine Geschichten verbinden kluge
Beobachtungsgabe mit einer seltenen Mischung
aus Tiefgang und Situationskomik.
„Man kann auch in die Höhe fallen“ wird
so zu einem warmherzigen Theaterabend
über das Älterwerden, über Verletzlichkeit
und über die tröstliche Erkenntnis, dass
neue Perspektiven manchmal genau dort
entstehen, wo wir sie am wenigsten erwarten.
Ein Stück über das Loslassen von
Erwartungen, über die befreiende Kraft des
Humors und über die leise Hoffnung, dass
ein Neuanfang auch mitten im Leben möglich
ist.
Vielleicht bedeutet Glück nicht, niemals zu
fallen, sondern zu entdecken, dass man dabei
auch wachsen kann.
Ein ebenso kluger wie komischer Theaterabend
voller Menschlichkeit, Lebensnähe
und feiner Ironie.
Zusammenfassung
Wenn Joachims 86-jährige Mutter in ihrem
norddeutschen Städtchen jemanden am
Bahnhof abholen oder wegbringen muss,
freut sie sich, weil im türkischen Imbiss die
Döner so gut schmecken.
Wegbringen ist
besser, da kann sie sich dann mit einem Bier
auf die Bank setzen und es genießen, dass
die Gäste endlich abgereist sind.
Als Joachim
kommt, geht es nicht gut los, denn der
Zug ist pünktlich. Dieses ungewöhnliche
Ereignis verhagelt ihr die Laune, weil sie
noch nicht aufgegessen hat. Aber trödeln
gilt nicht, sie hat noch eine Verabredung,
sie müssen zusehen, dass sie nach Hause
kommen. Da sie die Strecke gut kennt,
guckt sie nur sporadisch auf die Straße
und hat genug Zeit, den beklagenswerten
Zustand ihres Beifahrers zu betrachten.
Während sie ihn sich anguckt, drückt sie
das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Bei
Joachim führt die Kombination aus einer
Kieler Puddingbrezel, den neben ihm liegenden
Dönerresten, dem penetranten
Parfüm seiner Mutter und der völlig überhöhten
Geschwindigkeit dazu, dass sich
ihm der Magen umdreht. Er kriegt so gerade
noch das Fenster geöffnet, bevor sich
sein Magen auf den Seitenstreifen entleert
und seine Mutter im »Schlaglochballett«
den Wagen gemächlich zum Halten bringt.
So beginnt der Erholungs- und Rettungsurlaub
von Joachim. Nach einem Schlaganfall
und einem beispiellosen mentalen
Absturz, der in einem katastrophalen Vorfall
bei der Geburtstagsfeier seines Sohnes
gipfelte, hat er die Flucht ergriffen, um bei
seiner Mutter wieder zu sich zu kommen.
Ihre, vorsichtig ausgedrückt, unorthodoxen
Lebensgewohnheiten, helfen ihm, wieder
Boden unter den Füßen zu bekommen.
Es entwickelt sich ein Sommer der besonderen
Art, eine Mutter-Sohn-Begegnung,
auf die niemand zu hoffen gewagt hatte.
Joachim Meyerhoff ist einer der bekanntesten
Schauspieler des deutschsprachigen
Theaters. Er war u.a. am Maxim Gorki
Theater, Berlin, am Deutschen Schauspielhaus,
Hamburg, am Wiener Burgtheater
und an der Schaubühne Berlin engagiert.
Seit 2011 veröffentlicht Meyerhoff mit riesigem
Erfolg die literarische Verarbeitung
seiner Familiengeschichte. Er war u.a. dreimal
Schauspieler des Jahres und ist Träger
der Carl-Zuckmayer-Medaille.
Mehr Informationen unter:
https://landestheater-nrw.de/stueck/man-kann-auch-in-die-hoehe-fallen/